15. Abschluss#
In den vorherigen Kapiteln sind wir teilweise recht tief in die Daten eingetaucht. Zum Abschluss der Phasen “Data Understanding” und “Data Preparation” treten wir hier noch mal einen Schritt zurück, um zu reflektieren was wir erreicht haben.
Data Understanding
Wir haben die Datensätze untersucht, um sowohl die Datenstruktur zu verstehen (Bedeutung der Spalten, Kodierungen, Skalen, etc.), die Daten zu verstehen (Verteilungen der Werte, Korrelationen, Statistiken) als auch die geschäftliche Domäne zu verstehen (wie viele Städte gibt es?, wie alt und lang sind deren Liniennetze?). Dazu haben wir folgende Techniken angewandt:
Zusammenfassungen und Anordnungen der Daten: Gruppierungen, Sortierungen, Pivotierungen, etc.
Korrelationsanalysen inkl. einfacher linearer Regressionen
Visualisierungen (Histogramme, Liniencharts, Barcharts, Scatter-Plots)
Für die Leitfrage aus der Übersicht haben wir erste Hinweise: Netzlänge und Fläche hängen zusammen, der Schienenanteil lässt sich mit den vorhandenen Features aber kaum erklären. Für eine belastbare Antwort wären vermutlich weitere Daten über die Städte nötig.
Data Preparation
Wir haben ein DataFrame erzeugt, das in jeder Zeile eine Beobachtung hat. Dieses DataFrame kann nun für weitere explorative Datenanalyse oder insbesondere für die Entwicklung eines Analytics-Modells verwendet werden. Eine Beobachtung in unserem Falle ist eine Stadt mit Informationen über ihren öffentlichen Nahverkehr. Diese Informationen ist in Spalten strukturiert - so genannte Features, die wir für jeden einzelne Beobachtungen in einem einheitlich Format haben. Dies haben wir erreicht durch:
Datenbereinigung, z.B. das Entfernen von Duplikaten, das Erkennen von Platzhaltern und die begründete Behandlung fehlender Werte und Ausreißer
Datentransformationen, z.B. die Umwandlung von Zeilen (eine Zeile je Kombination Transport-Modus und Stadt) in Spalten (eine Zeile je Stadt und eine Spalte je Transport-Modus)
Passender Kodierung für nachfolgende Modelle, z.B. die One-Hot-Kodierung von Kategorien für die Verwendung mit linearen Modellen (u.a.)
Extraktion von Features aus Rohdaten, z.B. die Ableitung des Wochentags aus einem Datum
Anreicherung mit Daten aus weiteren Datensätzen, z.B. anfügen eines Datensatzes über Haltestellen, der auf Stadtebene aggregiert wurde
Übergang zum Modeling
Mit dem Modeling wechseln wir den Blickwinkel: Statt Daten zu verstehen und aufzubereiten, wählen wir Verfahren aus und bewerten ihre Ergebnisse. Die Verfahren setzen einen Datensatz voraus, wie wir ihn in den vorherigen Kapiteln erarbeitet haben. Bevor Sie mit Ihrem Projektdatensatz in die Modellierung gehen, sollten Sie folgende Fragen beantworten können:
Was ist eine Beobachtung, und gibt es genau eine Zeile je Beobachtung?
Welche Spalte ist die Zielvariable, oder warum gibt es keine?
Sind alle fehlenden Werte behandelt und alle kategorischen Features numerisch kodiert?
Wären alle Features zum Zeitpunkt einer Vorhersage bekannt?
Welche Transformationen hängen von Kennzahlen der Daten ab (Skalierung, Ersatzwerte) und müssen daher später auf den Trainingsdaten bestimmt werden?
Lässt sich der Datensatz aus den Rohdaten heraus erneut erzeugen?